die kunst liegt in der familie

... so die tochter

Hallo,

Mein Name ist Leoni Danikowski. Ich wurde am 27.11.2002 in Erkelenz geboren und ich bin die Tochter vom Science-Fiction Autor Arne Danikowski. Vielleicht wurde mir der Drang zur Kreativität vom Ihm in die Wiege gelegt.

Ich habe nicht immer gerne gezeichnet. Nein, definitiv nicht! Im Gegenteil, früher war ich vom Zeichnen überhaupt nicht begeistert. Ich hatte es ein paar Mal probiert, jedoch schnell gemerkt, dass ich dafür nicht besonders begabt war. Also ließ ich den Stift wieder fallen. Hinzu kamen andere Interessen, die meine volle Aufmerksamkeit erforderten.

Mein Vater schrieb Bücher und genau das wollte ich auch tun. Allerdings fühle ich mich eher im Genre der Fantasy zuhause. Es gibt für mich nichts Schöneres, als mir fantastische Geschichten auszudenken und sie niederzuschreiben.

Diese Geschichten wurden stark von meiner Kindheit und meiner besten Freundin beeinflusst. Das erste Buch schrieb ich mit zehn Jahren und es sollten noch drei weitere folgen. Zu einer Veröffentlichung ist es aus diversen Gründen dann doch nicht gekommen. Auch wenn mein Vater mich sehr unterstützte und mir viel Mut zusprach, hielt ich meine Romane für nicht gut genug.

In meiner Realschulzeit kannte ich eine Mitschülerin, die sehr gut im Zeichnen war. Es hatte mich beeindruckt, wie sie mit ein paar wenigen Stiften und Strichen wunderschöne Bilder zeichnete und es ärgerte mich, dass sie das konnte und ich nicht. Sie wird es nicht wissen, aber wegen ihr habe ich wieder mit dem Zeichnen angefangen. Meine Reise hatte also begonnen. Ich war zu diesem Zeitpunkt ungefähr 14 Jahre alt. Zuerst bin ich meinem favorisierten Genre treu geblieben und habe Drachen und andere Fabelwesen gezeichnet. Irgendwann kamen Anime Charaktere und erste Tierzeichnungen dazu.

Nach vielen erfolglosen Versuchen habe ich den Stift abermals fallen gelassen und er blieb für zwei weitere lange Jahre liegen. Warum genau ich wieder aufgehört hatte, wurde mir erst vor kurzer Zeit bewusst. Heute weiß ich, dass mir die Zeichnungen nicht realistisch genug waren.

Meine Zeichnungen und meine Vorlagen hatten so gut wie nichts gemeinsam. Meine Freunde meinten, dass das nicht schlimm wäre, es sei eben Kunst. Doch mir war das einfach nicht genug.

Ja und dann kam Corona. Für die meisten war und ist das ein großer Einschnitt im Leben, für mich war es die Chance, wieder mit dem Zeichnen anzufangen, und genau das habe ich getan.

Der erste Lockdown kam und mit ihm die Langeweile. Ich griff erneut zu den Stiften und habe sie bis heute nicht mehr fallen gelassen! Auf verschiedenen Social Media Plattformen sah ich Zeichnungen von Künstlern, die wie Fotos aussahen und ich wusste sofort – genau das will ich auch können!

Zunächst verwendete ich Zeichnungen andere Künstler als Vorlagen, wechselte dann jedoch schnell erneut zu Fotos.

Wie erwartet waren meine Ergebnisse am Anfang nicht besonders gut. Es fehlte ihnen an Details. Sie wirkten nicht lebendig. Aber aufgeben wollte ich dieses Mal nicht!

Die Werke anderer Künstler gaben mir mit ihren tollen Zeichnungen immer wieder neue Inspiration und Motivation. Je länger ich zeichnete, desto besser wurden die Resultate und ich arbeitete mich zügig von Bild zu Bild. Zu meiner eigenen Überraschung war es kein schleichender Prozess.

Recht schnell erkannte ich, wo welche Farben hingehören, ob die Proportionen stimmen, oder wo genau ich die Schatten setzen muss. Etliche Tutorials und meine eigenen Fehler hatten mich gelehrt zu „sehen.“ Wenn mich Leute, oder andere Künstler Fragen, wieso Zeichnungen von anderen Künstlern besser aussehen als ihre, dann sag ich immer, dass diese Künstler besser „sehen“ können.

Natürlich gibt es bessere Zeichner als ich, aber genau darin liegt meine Motivation, mich ständig zu verbessern. Ich halte es für vermessen zu behaupten, man wäre die Beste. Zu lernen gibt es immer. Mit meinen fertigen Zeichnungen bin ich selten zufrieden. Ich sehe im Nachhinein immer Dinge, die ich hätte besser machen können und im nächsten Bild versuche ich, es dann umzusetzen.

Vor Kurzem habe ich dann angefangen, meine Bilder zur Aufbesserung meines Taschengelds zu veräußern. Ich zeichne Tier-Porträts im Kundenauftrag und das läuft erstaunlich gut. Das bringt mich in eine ganz neue Situation.

Jetzt müssen meine Zeichnungen sehr gut werden. Sollte dieses einmal nicht der Fall sein und ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden, beginne ich von vorne.

Damit sind wir im Hier und Jetzt angekommen und nach wie vor sehe ich in mir keine hochtalentierte Künstlerin. Aber ich habe gelernt, dass ein eiserner Wille, Disziplin, Fleiß und eine gesunde Selbstkritik genauso ans Ziel führen.

Ich zeichne täglich mindestens zwei bis drei Stunden und verbessere mich dadurch stetig. Ich könnte mir gut vorstellen, mein Hobby zum Beruf zu machen.

Auch wenn der Gedanke im Moment nicht realistisch scheint, so weiß niemand, was die Zukunft bringen wird. Natürlich habe ich dem Schreiben von Büchern nicht gänzlich abgeschworen.

Momentan arbeite ich an meinem vierten Fantasy Roman und wer weiß, vielleicht reicht es dieses Mal zu einer Veröffentlichung?